Gestresste Mutter am Telefon

Familien im Zeitstress

Zeitstress kennt jeder. Doch besonders Familien kämpfen täglich gegen die Uhr – umso mehr, wenn (beide) Eltern arbeiten bzw. der alleinerziehende Elternteil berufstätig ist. Für viele Eltern, die Beruf und Familie unter einen Hut bekommen müssen, ist das Zeitmanagement ein wirklicher Kraftakt. Die Kinder müssen rechtzeitig in den Kindergarten oder in die Schule, die Eltern zur Arbeit. Einkäufe, Besorgungen, Arzttermine, Sportverein, Musikunterricht – es funktioniert nur, wenn alles rundläuft und nichts Besonderes – wie Überstunden oder die Erkrankung eines Familienmitglieds – dazwischen kommen. Zusätzliche Belastungen wie lange Arbeitswege oder die Pflege von Angehörigen können die fragile Balance zwischen Familie und Beruf aus dem Gleichgewicht bringen.

Wenn über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf diskutiert wird, schwingt oft die Erwartung mit, mit einem optimalen Zeitmanagement ließe sich das alles schon hinkriegen. Wenn nicht, müsse man eben an einer noch effizienteren Alltagsorganisation arbeiten. Denn Kinderbetreuungsangebote haben sich in den letzten Jahren tatsächlich verbessert. Auch längere Behörden- und Ladenöffnungszeiten könnten zu einer Erleichterung im Alltag beitragen.

 

Gesellschaftliche Veränderungen

Dabei geht es Familien aktuell nicht nur um die Frage, die Aufgaben von Beruf und Familie irgendwie schon hinzukriegen. Eltern heute wünschen sich auch mehr Zeit füreinander als Partner oder wollen ein gleichberechtigtes Familienverständnis umsetzen, das beiden Partnern Zeit für die Kinder und berufliche Weiterentwicklung erlaubt. Neue gesellschaftliche Trends wie die Digitalisierung werden die Gesellschaft schnell weiter verändern und spürbare Auswirkungen besonders auch auf Familien haben.

So betrachtet gibt es auch jetzt in der heutigen Zeit in Bezug auf eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch viel zu tun.
Der Blick geht dabei sowohl in Richtung Politik, die Rahmenbedingungen für Familien weiter zu verbessern, als auch in Richtung Unternehmen, die Arbeitsbedingungen flexibel genug zu gestalten. Auch auf die Durchsetzungsfähigkeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit Kindern kommt es an, die gesetzlichen Möglichkeiten auch wahrzunehmen bzw. im Betrieb durchzusetzen.

 

Leitfaden „So sag ich´s meinem Vorgesetzen“

Dabei weiterhelfen kann der Leitfaden „So sag ich´s meinem Vorgesetzten“. Er unterstützt Beschäftigte dabei, gemeinsam mit der Chefin oder dem Chef gute Lösungen für eine familienbedingte Auszeit oder ein flexibles Arbeitszeitmodell zu finden. Beschäftigte erhalten Tipps, wie sie sich auf das Personalgespräch vorbereiten und welche eigenen Ideen und Vorschläge sie einbringen können, um Elternzeit und Wiedereinstieg erfolgreich zu gestalten. Gute Beispiele zeigen, welche Lösungen andere Eltern mit ihrem Arbeitgeber gefunden haben und was dabei besonders wichtig war. In allen Kapiteln geben Checklisten und Infokästen einen schnellen Überblick, auch zu den wichtigsten Terminen und Fristen zum Wiedereinstieg und zur Elternzeit. Den Leitfaden „So sag ich´s meinem Vorgesetzten“ finden Sie unter www.bmfsfj.de/publikationen.

 

Leitfaden „Familienbewusste Arbeitzeiten“

Der Leitfaden „Familienbewusste Arbeitszeiten“ bietet Unternehmensverantwortlichen Hilfestellung bei der Umsetzung einer familienbewussten Arbeitszeitgestaltung, gibt zahlreiche Tipps aus der Praxis und beinhaltet relevante rechtliche Aspekte. Anhand von zehn Unternehmensporträts und Interviews mit Personalverantwortlichen wird aufgezeigt, worauf es bei der Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle ankommt und wie diese bereits erfolgreich in Unternehmen genutzt werden.

Leitfaden „Familienbewusste Arbeitszeiten“

 

 

 

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